Medizinrecht

Das Medizinrecht umfasst eine Vielzahl von Rechtsbeziehungen, so unter anderem das Verhältnis zwischen Arzt und Patient, Arzt bzw. Patient und Krankenkassen sowie Ärzten untereinander.

Der für Arzt und Patient wohl wichtigste Fall ist die Arzthaftung. Nicht jede Behandlung eines Patienten führt zu dem gewünschten Heilungserfolg. Nicht zwangsläufig ist dies jedoch auf einen Fehler des behandelnden Arztes zurückzuführen.

Für den behandelnden Arzt ist der Vorwurf eines Behandlungsfehlers äußerst gravierend, betrifft dies doch den Kern seiner Tätigkeit und hat möglicherweise – neben Schadensersatz- und Schmerzensgeldansprüchen des Patienten – berufsrechtliche Folgen.

Für den Patienten kann ein Behandlungsfehler schwerwiegende gesundheitliche Beeinträchtigungen bedeuten.

Zugrunde liegen immer - oft auch komplizierte - medizinische Sachverhalte. Für die Beratung und das weitere Vorgehen ist es daher wichtig, diese medizinischen Sachverhalte nachvollziehen zu können.

Aufgrund unserer langjährigen Erfahrung auf dem Gebiet der Arzthaftung ist es uns möglich, diese medizinischen Sachverhalte zu verstehen und unsere Beratung und Durchsetzung von Ansprüchen hierauf aufzubauen.

Bei der Abwehr unberechtigter Vorwürfe sowie der Durchsetzung von Ansprüchen bei Behandlungsfehlern stehen wir als kompetenter Partner sowohl außergerichtlich als auch vor Gericht an Ihrer Seite.

Rechtsanwältin Kristina Di­gutsch hat sich seit 2014 auf Medizinrecht spe­zia­li­siert.

Ein Schwerpunkt ihrer Tätigkeit ist die Ab­wehr un­be­rech­tig­ter Vor­wür­fe bzw. die Durch­set­zung von An­sprü­chen bei Be­hand­lungs­feh­lern.

Die Beratung und - außergerichtliche und gerichtliche - Vertretung hinsichtlich der Ab­rech­nung von Pri­va­tho­no­ra­ren, von Kran­ken­haus­kos­ten und von Heil­mit­tel oder Hilfs­mit­teln gehört zu ihren weiteren Schwerpunkten.

Unsere Leistungen

Wir beraten und vertreten Patienten, aber auch Angehörige der Heilberufe, insbesondere Ärzte, Zahnärzte, der nicht-ärztlichen Heilberufe, Apotheken, Krankenhäuser, Heime und Medizinische Versorgungszentren (MVZ) insbesondere auf folgenden Gebieten:

Arzthaftung

Im Verhältnis zwischen Arzt und Patient geht es meist um eine Frage der Arzthaftung. Unter Arzthaftung versteht man die Haftung des Arztes gegenüber dem Patienten aus einer Verletzung seiner ärztlichen Sorgfaltspflicht.
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Ein solcher Behandlungsfehler oder auch „Kunstfehler“ liegt vor, wenn die Therapie bzw. der Eingriff von Ärzten oder Zahnärzten nicht nach den aktuell gültigen Grundsätzen und Regeln der Medizin erfolgt sind und zu gesundheitlichen Beeinträchtigungen geführt haben.

Dann können Ansprüche des Patienten auf  Schadensersatz oder Schmerzensgeld gegen den behandelnden Arzt/ Zahnarzt bestehen. Der Schaden kann hier beispielsweise in zusätzlichen Pflegekosten, Fahrtkosten, Haushaltsführungskosten oder einer Rente liegen.

Neben einer Behandlung nach den Regeln der ärztlichen Kunst („lege artis“) muss der Arzt den Patienten auch ordnungsgemäß über die Therapie bzw. den Eingriff oder die Operation aufklären. Er muss dem Patienten - wenn vorhanden - auch mögliche Alternativen zur Behandlung aufzeigen.

Steht die Vermutung eines Behandlungsfehlers im Raum, wird in der Regel mit Hilfe von Sachverständigengutachten geklärt, ob ein solcher vorliegt oder nicht.

Außergerichtlich ist dies über die Gutachterstellen für Arzthaftungssachen der Landesärztekammern möglich. Die Gutachterstelle ist eine unabhängige Einrichtung und Anlaufstelle für Ärzte, Patienten oder die Berufshaftpflichtversicherungen der Ärzte bei der Vermutung bzw. dem Vorwurf einer fehlerhaften ärztlichen Behandlung. Durch die objektive Begutachtung des ärztlichen Handelns durch einen Sachverständigen soll Patienten die Durchsetzung begründeter Ansprüche und Ärzten die Zurückweisung unbegründeter Vorwürfe erleichtert werden.

Nicht in allen Fällen ist eine außergerichtliche Klärung möglich oder sinnvoll. Dann muss ein Gericht entscheiden.

Ärztliche Vergütung

Schwierigkeiten können auch bei der Abrechnung bzw. dem ärztlichen Honorar auftauchen. Hier kann es zu Auseinandersetzungen zwischen Ärzten und Patienten oder zwischen Ärzten und den Krankenkassen kommen.
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Die Gebührenordnung der Ärzte (GoÄ, für Zahnärzte GoZ) ist die Grundlage für die Abrechnung zwischen Ärzten und Patienten, die bei einer privaten Krankenkasse versichert oder unversichert sind.

Wir unterstützen Sie bei der Geltendmachung Ihrer Honoraransprüche  bzw . der Abwehr zu Unrecht geltend gemachter Honorarforderungen.

Auch Krankenhaus und Krankenkasse sind sich nicht immer einig über die Abrechnung der Kosten.

Wir verfügen über langjährige Erfahrung in der Beratung und Vertretung von Krankenhäusern gegenüber den Krankenkassen.

Nicht immer sind Arzt und private Krankenkasse sich über die vom Arzt in Ansatz gebrachte Leistung oder den geforderten Gebührensatz einig. Dann sind eine sorgfältige Überprüfung der Abrechnung und gegebenenfalls eine gerichtliche Klärung erforderlich.

Das noch umfangreichere Abrechnungssystem zwischen Arzt und gesetzlichen Krankenkassen bzw. Ersatzkassen beruht auf eigenen Leistungsverzeichnissen (Ärzte: Einheitlicher Bewertungsmaßstab für Ärztliche Leistungen EBM; Zahnärzte: Bewertungsmaßstab für die Zahnärztliche Versorgung BEMA-Z). Auch hier kann es zu Meinungsverschiedenheiten über die Abrechenbarkeit der Leistungen kommen.

Die Abrechnungen der Krankenhäuser erfolgen auf Grundlage des sogenannten DRG-Systems (diagnosebezogene Fallgruppe). Unter Fallpauschalen versteht man die Bewertung bzw. Vergütung komplexer medizinischer Leistungen durch feste Pauschalbeträge. Die Eingruppierung in die DRG-Fallpauschale wird insbesondere bestimmt durch die Art (Diagnose) und Schwere der Krankheit sowie der erbrachten Operationen und Prozeduren. Das bedeutet, dass die Krankenkasse für einen Patienten mit einer schweren, aufwändig zu behandelnden Erkrankung mehr bezahlt als für einen Patienten mit einer leichteren Erkrankung.

 

Nicht selten sind Krankenhäuser und Krankenkassen unterschiedlicher Auffassung darüber, wie die Eingruppierung zu erfolgen hat und welche Leistung an das Krankenhaus sich daraus errechnet.    

Arztstrafrecht

Es kommt vor, dass der Arzt mit einem Ermittlungsverfahren wegen fahrlässiger Körperverletzung, fahrlässiger Tö­tung und unterlassener Hilfeleistung konfrontiert wird. Zu den typischen strafrechtlichen Risiken der ärztlichen Tätigkeit zählt der Vorwurf eines Behandlungsfehlers, der Verletzung der ärztlichen Schweigepflicht oder unregelmäßigen Abrechnung.

Wir bie­ten hier kom­pe­ten­te und sach­kun­di­ge Be­ra­tung und Be­treu­ung.